Logistikwissen 16.09.2022
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Kennen & Lernen mit Lucie Freyburger von TIMOCOM: Eigene Stärken nutzen

Das Bild zeigt Lucie Freyburger neben der Überschrift "Kennen & Lernen".

Sie entwickelt Go-to-Market-Strategien und baut Netzwerke auf. Sie spricht mit Kunden und Presse – und hin und wieder auch im französischen Nachrichten-TV. Dabei verfolgt Lucie Freyburger, Country Manager France bei TIMOCOM, ein klares Ziel: die Leerfahrten der französischen Transportfirmen reduzieren und ihr Geschäft wirtschaftlicher machen.

Der Titel ihres aktuellen Lieblingsbuches „Femmes puissantes“ (dt.: starke Frauen) passt zu der umtriebigen, starken, humorvollen und herzlichen Kollegin wie die Faust aufs Auge. Oder besser: wie das Croissant zum Café. Wie die ehemalige Botschaftsmitarbeiterin vor über 12 Jahren in der Logistik gelandet ist, warum sie bis heute hier geblieben ist und wie sie am schnellsten zur einer Lösung kommt, erfahren Sie im Interview.

Weg zur Logistik

Wie bist Du zur Logistik gekommen und was gefällt Dir daran?

Neulich habe ich auf der TIMOCOM Firmenfeier viele Kolleginnen und Kollegen endlich wieder live und persönlich wiedergesehen – oder kennengelernt. Ein spezielles Gespräch bringt mich immer noch zum Lächeln: Eine neue Kollegin kam auf mich zu und erzählte, dass wir uns vor Jahren bei einem französischen Event in Düsseldorf kennengelernt haben. Ich hatte ihr damals erklärt, wo ich arbeite und im Gespräch mehrmals wiederholt: „Logistik ist spannend.“ „Jetzt weiß ich was du meinst!“, meinte sie zum Schluss.

Das Tor zur Logistik hat mir mein Job bei TIMOCOM geöffnet. Ich hatte erst einmal eine Aufgabe gesucht, bei der ich meine interkulturelle Kompetenz einsetzen kann. Da bin ich in der Transportwelt goldrichtig.

Außerdem war ich positiv überrascht, wie spannend und vielfältig diese Branche ist, die wiederum mit so vielen anderen Branchen verknüpft ist.

Logistik ist und wird immer ein zentraler Baustein unserer Welt sein – heute mehr als je zuvor und ihre Bedeutung wird von Tag zu Tag stärker.

Größte Herausforderungen in der Logistik

Was siehst Du aktuell als größte Herausforderung in der Logistik?

In dem heutigen Krisenkontext – nach und während Corona und dem Krieg in der Ukraine – ist wahrscheinlich die größte Herausforderung in der Logistik, Fachkräfte zu finden. Auch wenn die Digitalisierung uns stark hilft, die logistischen Herausforderungen zu meistern, bleibt der Mensch immer noch das Wichtigste, das Zentrale. Denn das System hängt letztlich von ihm ab. Unser Marktplatz jedenfalls kann keine Fachkraft ersetzen, er hilft vielmehr, ihren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten.

Berufswahl

Welche war Deine beste berufliche Entscheidung?

Meine beste berufliche Entscheidung war zu vereinen, was mir Spaß macht und mich definiert: mich nach dem Studium - auch beruflich - für die deutsch-französische Welt zu entscheiden. Ich bin meiner Leidenschaft treu geblieben. Denn seit meinem Start in Deutschland im Jahr 2007 bei der Wirtschaftsabteilung der französischen Botschaft arbeite ich immer noch im gleichen Kontext: für eine deutsche Firma auf dem französischen Markt. So fühle ich mich immer „zu Hause“.

Aha-Moment

Wann hattest Du zuletzt einen Aha-Moment und worum ging es? 

Ich kann nicht genau sagen, wann genau ich einen großen Aha-Moment hatte. Ich kann aber sagen, dass ich fast täglich kleine Aha-Momente erlebe. Denn ich habe ein vielfältiges Leben durch meinen Job, meine Kinder, meine Interessen: Sport, Lesen, Klavier etc. Die Aha-Momente kommen oft vor, wenn ich z. B. ein schwieriges Klavierstück lernen möchte und plötzlich Noten besser spielen kann. Oder wenn ich versuche, meine Kinder in der Schule zu unterstützen sowie in ihrem sozialen Leben und auf einmal Lösungen in den Gesprächen entstehen. Generell habe ich mit der Zeit und der Erfahrung gelernt: Wenn man mit neuer Energie und Kraft eine Herausforderung eingeht, findet man schneller Lösungen. Bevor also eine kognitive Überlastung droht, lasse ich ein Problem durchaus kurz ruhen.

Empfehlung

Welches Hilfsmittel (z. B. App, Website oder Buch) würdest Du weiterempfehlen – und warum?

Für mich sind Bücher der beste Lebensbegleiter, um Lösungen zu finden, sich besser kennenzulernen und seine Allgemeinbildung zu erweitern. Man findet immer gewisse Schlüssel für das Leben in einem Buch. Ich lese z. B. zurzeit das französische Buch „Femmes puissantes“ von Léa Salamé, einer französischen Journalistin. Es geht um Gespräche mit unterschiedlichen Frauen, deren Mut, Freiheit und Einzigartigkeit bewundernswert sind. Sie sind Schriftstellerinnen, Ärztinnen, Politikerinnen, Unternehmerinnen, Rabbinerinnen, Sportlerinnen, jung oder älter, konservativ oder liberal orientiert... Sie alle haben etwas gemeinsam: ihre innere Stärke und ihren Einfluss in der Gesellschaft. Und mit einem Wort: Macht.

Als Frau und Mutter seinen Platz in der beruflichen Gesellschaft zu finden, ist heutzutage immer noch nicht leicht. Viele schwierige Themen sind damit verbunden, z. B. die Gleichberechtigung. In diesem Buch lernt man verschiedene Lebenswege von starken Frauen kennen, die einem auch Mut machen, an sich selbst zu glauben und seine Stärken noch besser zu nutzen.


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Kurzprofil vom Interviewpartner

Deutsch-französische Relationen sind beruflich und privat das Lieblings-Terrain von Lucie Freyburger. Die Liebe zur deutschen Kultur und Sprache führte sie als Germanistikstudentin nach Deutschland – wegen der Liebe blieb sie dann. Von ihrem ersten Job in der französischen Botschaft in Düsseldorf wechselte Freyburger zu TIMOCOM, wo sie seit 2010 als Country Managerin France aktiv ist. Neben Beruf und Kindern absolvierte sie zuletzt ihren Master of Business Administration (MBA) in deutsch-französischen Handelsbeziehungen und Partnerschaften an der Cergy Pontoise Universität. Privat könnte man Lucie Freyburger durchaus als Botschafterin Frankreichs in Deutschland beschreiben – so setzt sie sich für Französisch als Herkunftssprachenunterricht für Kinder bis zur weiterführenden Schule ein.


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